Duft- und Studienreise Sizilien

SIZILIEN – das Land, wo die Zitronen blühen...


PRIMAVERA Sizilienreise vom 5. bis 10. April 2014

Wer könnte traurig sein beim Anblick der lächelnden Orange, niedergeschlagen beim Duft ihrer zärtlichen Süße?
Giovanni Della Casa

Ja, das haben wir genau so erlebt!
Das tiefe Gefühl von Freude und Glück beim Anblick eines üppigen Orangengartens, der Duft, den wir tief in unsere Nasen, unsere Köpfe, unsere Herzen eingesogen haben ...
Das Ergebnis: entspannt lächelnde Menschen, Heiterkeit, ein harmonisches Miteinander.

Aber lasst mich von vorne beginnen:

Samstag:
Die Reise begann im Hotel Principe di Fitalia in Syrakrus mit einer Vorstellungsrunde. Dabei zeigte sich, dass die 29 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den USA und Lettland aus allen Anwendungsbereichen der ätherischen Öle angereist waren: Apotheker, vor allem vertreten aus Österreich, Kunden aus Pflege – und Heilberufen, Biofachgeschäften, Großhändler, Seniorenheimen, Aromaküche oder Kräuterfachfrauen. Man ahnte, dass es eine sehr interessante und austauschfreudige Gruppe werden würde. Viele von ihnen sind Pioniere, die die Anwendung der ätherischen Öle in ihren Einrichtungen vorangetrieben haben.
Ein Glücksfall - Ute Leube, ehemalige Geschäftsführerin, jetzt Beraterin und im Beirat von PRIMAVERA, begleitete uns und war eine große Bereicherung.

Sonntag:
Maria Kettenring, unsere Seminarleiterin widmete einen Teil des Vormittags der Kulturgeschichte der Zitrusfrüchte in ihrer historischen Ausbreitung und Entwicklung.
Danach ging es zu den Ausgrabungsstätten in Syrakrus und anschließend in die Altstadt. Römische und griechische Kultur ließen uns allmählich erkennen, in welchem Land und auf welch geschichtsträchtigem Boden wir uns befanden. Das Ohr des Dyonisos, der Apollontempel beindruckten auf eigene Weise. Santo Veneziano erklärte in anschaulicher und interessanter Weise und war ein charmanter Kulturführer.
Beim abendlichen „Dufträtsel“, einem Riechtraining mit 10 Zitrusölen, wurde klar, dass unsere Nasen ein ständiges Training brauchen, um die feinen Unterschiede zweifelsfrei erkennen zu können. Die Gruppenarbeiten waren lebendig und schufen eine gute Basis für die nächsten Tage.

Montag:
Wir starteten mit einer Seminareinheit zur Bergamotte im schnell arrangierten "Kursraum" auf der Terrasse.
Weiter ging es mit einem Zwischenstopp am Fonte Ciane, ein Quellfluss 3 km vor Syrakrus. Am Ufer des kleinen Flusses wachsen die letzten wilden Papyrusstauden in Europa.
Danach der erste Besuch bei den Demeter-Betrieben Demetra und Gargallo, die vor allem Zitronen und Orangen, aber auch Gemüse anbauen. Wir konnten ein großes Feld Artischocken in lila Färbung sehen. Die Fülle der Früchte, aber auch das tiefe Wissen um Pflanzen, Demeter-Anbau und Mythologie von Francesco Salamita waren eindrucksvoll.
Wir erfuhren viel über die Zitronen- und Orangenzüchtungen, Veredelung und Pflege.
Einige durften sich hier im Ernten von Zitronen üben: reife Früchte drehen und knicken. Es ist gar nicht so einfach, ohne die Früchte zu verletzen. Die Erntehelfer zeigten ihre gewandte Erntetätigkeit mit ihren speziellen Fingerscheren. Ein Ernter erntet am Tag ca. 700 kg Früchte.
Das köstliche sizilianische Essen fand seinen Abschluss mit Blutorangen-, Zitronensaft und Zitronentorte.
Nachmittags konnten wir den Kurs unter alten Olivenbäumen auf Zitronenkisten fortsetzen, ganz in der Nähe des Zitronengartens und des Grapefruitbaums. Eine Seminareinheit die wir unter freiem Himmel erlebten, unterfüttert mit praktischen Rezepten, in der auch Hinweise zur Aromaküche waren dabei.
Bereichernd war auch die Begleitung einer Redakteurin der Zeitschrift BRIGITTE. Ihre Faszination für ätherische Öle verwandelte sich auf dieser Reise in regelrechte Begeisterung, besonders für die Zitrusfrüchte.

Dienstag:
Die zeitige Abfahrt nach Lentini und Weiterfahrt in den Demeter Betrieb S.Torello.
Franceso vermittelte viel Wissenswertes von der Gründung und Geschichte der Cooperative Salamita, die 1972 von vier Brüdern Salamita gegründet wurde. Sie sind in der Tradition der anthroposophischen Philosophie tief verwurzelt. Sowohl Francesco als auch seine Frau Concetta studierten in der Schweiz und in Deutschland und lernten die Demeter-Philosophie in den 60iger und 70iger Jahren kennen. In ihrem nach dem Dornacher Vorbild erstellten Firmengebäude werden regelmäßig Schulungen und Treffen für die Bauern organisiert.
In diesem Betrieb lernten wir auch die Vielfalt und das Wachstum der Beikräuter näher kennen. Ein Demeterbetrieb lässt 20% seiner Fläche für eigenständiges Wachstum der Natur frei, dazu zählen auch die Wege.
Borretsch und Oxalis, welches zur Familie der Sauerkleegewächse (Oxalicaceae) gehören, wachsen entlang und unter den Orangen-, Bitterorangen-, Mandarinen- und Zitronenbäume.
In diesem Betrieb sahen wir auch Granatäpfel, Kaktusfeigen, Mandel- und Johannisbrotbäume.

Die arbeitsintensive Ernte der Bitterorangenblüten, die wir durchführen durften und der geringe Ertrag bei der Destillation verdeutlichten uns die Kostbarkeit des ätherischen Öls. Dafür ist das Anwendungsspektrum dieses wunderbaren Duftes umso breiter.
Vor Ort hatten wir Gelegenheit, die Bitterorange auch in Theorie und Praxis durch Maria Kettenring kennenzulernen. Die Wirkungsweise und breitgefächerten Anwendungsmöglichkeiten der ätherischen Öle von Neroli, inmitten der Neroliblütenbäume zu erleben, war ein echtes Erlebnis.

Die Weiterfahrt nach Taormina führte uns an der Küste am Fuße des Ätna entlang.
Nach einer Busfahrt mit Unterricht zum Petit Grain empfing uns Taormina mit seiner faszinierenden Lage auf einem Bergrücken mit herrlichem Blick hinunter auf die Bucht von Giardini Naxos und dem grandiosen Blick auf den schneebedeckten Ätna, der leicht umwölkt war. Der späte Nachmittag stand zur freien Verfügung und wir fuhren abends weiter nach Milazzo ins Hotel Eolian. Dort gab es ein ausgezeichnetes leichtes Abendessen zur späten Stunde.

Mittwoch:
Heute führte unser Weg nach Barcellona, zur Zentrale der Cooperative Salamita. In der großen Halle beobachteten wir die Verpackung von Gemüse sowie die Sortierung der Zitrusfrüchte nach Größe, Gewicht und Qualitätsklassen. Mit viel Handarbeit werden die Orangen liebevoll in Salamita-Holzkisten verpackt, einzelne Früchte mit Papier umwickelt. Die Cooperative Salamita als soziale Gemeinschaft ermöglicht dadurch vielen Sizilianern eine Verdienstmöglichkeit. Das Hauptgebäude wurde von einem anthroposophischen Architekten gebaut und mit sanften Naturfarben und vielen Detailarbeiten in Holz harmonisch gestaltet. Nach dem Brand wurde alles wieder in liebevoller Arbeit restauriert, man konnte den Brandgeruch noch riechen und manche Brandspuren noch sehen.

Draußen wurde auf großen Trocknungsrosten Zitronen- und Orangenschalen getrocknet – eine wahre Augenweide. Wir sahen auch getrocknete Orangenkerne.

Im großen Saal der Cooperative hatten wir Gelegenheit die alte Art der Zitrusölgewinnung kennen zu lernen und selbst durchzuführen, zur Freude und Heiterkeit für alle Beteiligten.
Eine Anleitung zur Herstellung eines Aroma roll on gab Seminarleiterin Maria Kettenring weiter in Gruppenarbeit und es stellten sich interessante und vielschichtige Rezepturen heraus und wurden mit viel Begeisterung in der Gruppe geteilt, inklusive einer musikalischen Rapp-Darbietung.

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel trafen wir uns abends in der Cooperative zum gemeinsamen Abendessen mit den Bauern und der japanischen Gruppe die dazu kamen. Es war das Abschlussabendessen unserer deutschen Reisegruppe. Ein köstliches sizilianisches Menü, abgerundet mit Zitronensorbet in geeisten Zitronenschalen und selbstgemachten Likören leitete zu einem feurigen Abendprogramm mit Folklore-Tanzgruppe über. Das Ehepaar Salamita lud die Bauern der Cooperative zu einem „come together“ ein. Für ihre Gastfreundschaft bedankten wir uns mit Geschenken aus dem PRIMAVERA-Sortiment. Als unseren ganz besonderen Dank an Concetta und Francesco Salamita überbrachte Ute Leube, Gründerin von PRIMAVERA, als Geschenk eine Kristallleuchte aus Bergkristallen und Karneolen und soll die Verbindung von PRIMAVERA und SALAMITA zum Ausdruck bringen und die tiefe Verbindung, die wir mit einander teilen.

Donnerstag:
Fahrt nach Capo D'Orlando wo wir den Verarbeitungsbetrieb für Säfte und ätherische Öle Eurofood - Capo D'Orlando besuchten, der sich ganz neu aus dem konventionellen Betrieb abgelöst hat und für viele, viele Millionen Euro eine neue Anlage ausschließlich für den biologischen Verarbeitungsbetrieb startete.
Hier wurden uns die Dimensionen der Zitrusverarbeitung auf Sizilien bewusst. Riesige LKW’s liefern viele Tonnen von Zitrusfrüchten an, die in einem komplexen System komplett verarbeitet werden: zu Säften, ätherischem Öl, getrockneten und kandierten Orangenschalen. Zuletzt werden die Fruchtabfälle für Tierfutter getrocknet.
In drei Gruppen konnten wir diesen aufwendigen Betrieb kennenlernen.

Im Demeter-Anbaubetrieb Arasi genossen wir die Zeit durch die Zitrus- und Olivenhaine zu wandern.
Als letzte Seminarsequenz für die deutsche Gruppe bei den Orangenbäumen erklärte uns Francesco Salamita Botanik und Fortpflanzung der Zitruspflanzen und demonstrierte uns alle Wachstumsphasen an den vorhandenen Blüten und Früchten. Maria Kettenring widmete den Unterricht der Orange.
Die Familie Arasi lud zu einem exzellenten "Imbiss" mit selbstgemachter Pizza im Holzofen und Lieder von Rosi ein.
Dem Angebot von selbstgemachter Torta Arancia, Limoncello und Mandarinello konnten wir einfach nicht widerstehen. Es wurden Freundschaften geschmiedet auch ohne Italienisch Kenntnissen, Oma Arasi wäre am liebsten mit Silvia ins Altenheim nach Deutschland mitgekommen. Es waren berührende Momente, die wir hier als Höhepunkte erlebten.

Zurück in der Cooperative konnten wir die bestellten Dinge abholen, Wegzehrung für den langen Rückweg mitnehmen und meinen Geburtstag vorab feiern war auch noch auf dem Programm eine sehr reiche Zeit ging dem Ende entgegen.
Während für die deutsche Gruppe die Sizlilienreise zuende ging, fing Sie für die Gruppe mit 15 japanischen Kunden erst an.

Unser ganzer Dank gilt Concetta Salamita, die uns durch ihr unermüdliches Engagement entspannte, perfekt organisierte Tage bescherte, selbst dann noch, als wir eigentlich längst abgereist sein sollten, aber nicht konnten.
Von Herzen danken möchten wir auch Francesco Salamita, der unsere Reise mit seinem immensen Wissen begleitet und bereichert hat.
Danke auch an Ute Leube, die uns die ganze Reise über begleitete.

April 2014

Fotos: Mag. Fink, Mag. Schramm, Ingeborg und Thomas Wäschenbach, PRIMAVERA LIFE GMBH.

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